»If you want to win anything - a race, yourself, your life - you have to go a little bit berserk!« – George Sheehan

Berserker auf Abwegen

Eine Triathlonsaison bedeutet Wettkämpfe von Mai bis September. Was viele vergessen, sind aber unzählige Trainingskilometer in den restlichen sieben Monaten des Jahres. Okay, bei einem Ruhemonat nach der Saison sind es vielleicht auch „nur“ sechs Monate. In der Kurzfassung bedeuten das mehrere hunderte Schwimmkilometer, sodass man in der Schwimmhalle irgendwann jedes Wassermolekül beim Namen kennt, über 5.000 Radkilometer und auch ein paar tausend Laufkilometer.

Auf dem Rad wären das mehrfach die Strecke Flensburg und München. Für mich als Schleswig-Holsteiner wären das also in etwas so ziemlich jede Straße in diesem Bundesland oder eben einige Straßen ziemlich häufig. Noch härter verhält es sich wohl beim Lauftraining, wenn man nicht gerade irgendwo in den Bergen wohnt und einfach mal querbeet in jede Richtung loslaufen kann. Gewinner werden nicht in den Rennen, sondern in den unzähligen Trainingseinheiten, die eher keiner mitkriegt, gemacht. Verläuft die Saison dann nicht so, wie man es sich vorgestellt hat, ist es umso wichtiger, dass man danach die Birne wieder auflädt und den Heißhunger und die Faszination an seinem Sport wieder entflammt. So ging es mir dieses Jahr. Der OstseeMan hat dann doch irgendwo seine Spuren in meinem Kopf hinterlassen. Umso mehr freute ich mich, dass ich schon zu meinem Geburtstag einen Startplatz für den Dünenläufer in Graal-Müritz geschenkt bekommen habe. Zur Info: Tim und Traillauf ist in etwa wie Angela Merkel und Horst Seehofer. Man kennt sich, man schätzt sich, ist dann aber doch froh, wenn man seinem eigenen Tagesgeschäft nachgehen kann. Kurzum: Ich war schon immer Straßenläufer und werde es wohl auch immer bleiben. Früher zu Hause in Schleswig bin ich häufig im Wald gelaufen. Seitdem ich hier in Kiel wohne, würde ich aber glatt behaupten, dass sich mein Trailanteil auf vielleicht 2 % meiner Jahreskilometer beläuft. Zu meiner Perfektion bräuchte ich direkt vor der Haustür einen Trampelpfad am Meer, denn Tim ist nicht nur Straßenläufer. Tim ist Wasserläufer. Die Spaßvögel würden wohl behaupten: Tim ist nah am Wasser gebaut. Haha. Zumindest würde ich es nicht abstreiten, dass etwa 75 % meiner Laufkilometer keine 10 m von der Ostsee oder dem Nord-Ostsee-Kanal stattfinden. Denn Tim und das Wasser sind nicht wie Merkel und Lindner. Man kennt sich, man schätzt und respektiert sich, es erzeugt Sehnsüchte in sich. Man liebt sich.

Nun also der Dünenläufer. 8. Oktober 2015. Laufwettkampf am Strand und der Ostsee vorbei im Dünenwald. Perfektion für mein Läuferherz. Mehrere tausende Kilometer weiter findet an dem Tag dann auch noch ein Triathlon auf einer Insel statt. Manche nennen ihn den Ironman Kona, andere sprechen vom Ironman Hawaii, doch der Großteil kennt ihn unter den IRONMAN Worldchampionship Hawaii. Die Mutter aller Götter, ähh die Mutter aller Triathlons. Erst selber sporteln und abends legal in der Offseason bei Pizza und Bier stundenlang Triathlon gucken. Wer auch sich die Terminplanung ausgedacht hat: Viel perfekter für geschundene Triathlonseelen könnte so ein Wochenende ja kaum sein.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wir hatten schon sehr früh eine Pension in Graal-Müritz gebucht (hier folgt jetzt kein Link, damit mir niemand die Pension für nächstes Jahr wegnimmt – sorry!). Leider meldete sich mein Freund Marcel am Donnerstag noch krank ab, sodass nur meine Freundin und ich aus Kiel am Freitag anreisten. Marcel und ich kennen uns schon seit dem Kindergarten und haben gemeinsam mit dem Laufen angefangen. Schade. Nächstes Jahr drückst Du dich nicht! 😉
Am Vorabend sollte eigentlich vor der Pastaparty der sportmedizinische Vortrag von Paul Schmidt stattfinden. Leider wurde er aber spontan auf den Samstag verschoben. Stattdessen war ein Comedian vor Ort. Den haben wir uns aber geschenkt. Das Störtebecker Kirschbier war einfach zu lecker. Neben all dem Gesülze von Tim weiter oben darf aber nicht außer Acht gelassen werden, dass das Dünenläufer-Wochenende vor allem auch eines bedeutete: #Twitterlauftreff. Nachdem ich als aktiver Twitternutzer in den letzten beiden Jahren bis auf den Frankfurt Marathon einen Bogen um größere Laufveranstaltungen gemacht habe, war das endlich mal wieder die Chance andere – ebenso bekloppte – Läufer/innen von Twitter kennenzulernen oder wiederzusehen. Bei Storys über Laufwettkämpfen mit über 300 km und knapp 30.000 Höhenmetern in den Alpen oder anderen Kuriositäten kann halt kein Comedian mithalten. Schön war‘s zumindest! Ach ja, die Nudeln natürlich auch sehr lecker.

Am Samstag kurz vor dem Start war es dann doch noch recht frisch. Ich entschied mich also für eine 2 Layshorts, Laufshirt, Armlinge und Weste in Kombination mit meinem Laufrucksack. Die Weste war dann allerdings schon auf den ersten 200 m in der Einführungsrunde durch den Park Geschichte. Gut, dass ich Triathlet bin. Da habe ich keine Auswahlprobleme bei der Wettkampfbekleidung. Morgens hörte ich noch im Gespräch etwas von veränderter Laufstrecke. Vollprofi wie ich bin, hatte ich mir die Laufstrecke natürlich einmal im Mai angeguckt, für sehr cool befunden und entsprechend eingeprägt. Nun ja, die Schwimmstrecken beim Triathlon kenne ich ja bekanntlich auch regelmäßig nicht. Dann kriege ich einen Traillauf wohl auch irgendwie hin. Immerhin den Kalauer bleibe ich mir treu.

Nun ja, 10:15 Uhr. Startschuss zum Dünenläufer. Korrektur: Glücklicherweise auch Startschuss zum Dünenläufer ½. Mich hatten zwar zwischendurch auch die 40 km gereizt, aber ich war dann doch heilfroh nur über die 24 km zu starten. Mein letzter Lauf, der mindestens 24 km lang war? Beim OstseeMan zwei Monate zuvor. Danach war ich nur noch bei der Mitteldistanz in Köln einen Halbmarathon gelaufen und ansonsten maximal 15 km.  Perfekte Vorbereitung? Kann ich. Genauso wie die Streckenkenntnisse. Ähem. Immerhin wusste ich, dass es anfangs gen Westen geht. Ursprünglich dachte ich auch, dass es noch am Start und Ziel vorbei später nach Westen geht, aber das traf dann doch nur noch über den vollen Dünenläufer zu. Gemerkt habe ich das allerdings auch erst so 500 m vor dem Ziel als ich die Gegend wieder erkannte.

Der Wettkampf ist eigentlich schnell erzählt: Nach dem Start geht es über einen Campingplatz und direkt danach über einen Trampelpfad mitten durch die Dünen und den direkt angrenzenden Wald. Irgendwann gelangt man auf mehr oder minder weniger breite Waldwege und irrt dort irgendwie in der Gegend rum – tendenziell immer gen Westen. Nach so ca. 14 km gelangt man in eine Ferienhaussiedlung (?), in der man eine Runde dreht, von ein paar wenigen Zuschauern beklatscht wird und dann ein paar Kilometer den anderen Läufern entgegenkommt bevor man dann doch irgendwo im Wald anders abbiegt. Ihr seht: Viel Küstenwald und eher weniger Dünen. Das ist natürlich schade, aber beim Traillauf muss man immer den Naturschutz im Hinterkopf haben, sodass nicht einfach eine Meute von Läufer/innen 24 oder gar 40 km durch die Dünen laufen können. Mit meinem Laufrucksack gehörte ich auch zu der 5 % Minderheit bei dem Wettkampf an. Hauptsächlich hatte ich allerdings den Rucksack gewählt nicht, um mich mit meinem eigenen Dextro Energy zu versorgen, sondern um ohne Regenjacke loslaufen zu müssen. Im Wettkampf schien tatsächlich aber nur die Sonne nachdem am Freitag und in der gesamten Woche davor mehr Weltuntergang war. Außerdem hatte ich meine GoPro dabei, um notfalls Fotos machen zu können, falls mein Gehirn doch mit mir durchbrennen würde. Ich hatte einen Spaßlauf geplant und glücklicherweise kam es auch so. Schon nach 1,5 km war mir klar, dass die Spitze selbstverständlich viel zu schnell ist und so habe ich mein eigenes Tempo gefunden – irgendwo in den Top 10. Auf dem Rückweg gab es dann sogar mehrere Pferde zu überholen und dann stand da auf einmal mein Freund André: „Tim Janke beim Traillauf. Dass ich das noch einmal erleben darf.“ Ja, irre. Spaßig war’s! Auf den letzten Kilometern musste ich dann aber doch irgendwie Gas geben. Den Berserker doch raus lassen. Allein schon, weil es so spaßig war. Vor allem musste ich aber Gas geben, weil da dann doch auf einmal noch ein Läufer vor mir war.
Der Zieleinlauf war dann so unspektakulär wie meine Platzierung: 4. Gesamt und 2. in meiner Altersklasse. Ups. Also doch in der Top 10. Ähem. Platzierung schätzen kann ich. Genauso wie Streckenkenntnisse.

Zum Duschen sind war dann noch einmal fix zur Pension gefahren und dann ging es auch schon wieder für uns gen Zielbereich und Dünen. Nachmittags saßen wir dann bei Kaffee aka Punsch/Glühwein und warmen Pflaumenkuchen zusammen. Die Siegerehrung haben wir dann im Park noch mitgenommen und sind dann zusammen mit den anderen Twitterern weiter zum Essen gegangen. Schön, lecker und vor allem nett war es. Außerdem war es hilfreich, denn ohne das Essen wäre ich nun niemals für den Treppenmarathon in Radebeul (treppenmarathon.de) im nächsten Jahr angemeldet. Oh man, auf welche Beklopptheit habe ich mich da mal wieder eingelassen?
Egal, spätestens seit dem Dünenläufer weiß ich ja nun, dass die Abwege aus dem Triathlonalltag die besten Motivationsquellen sein können.

Meine Freundin und ich haben dann abends noch in der Pension den (!) IRONMAN Hawaii gestreamt (okay auf dem Rad gab es noch eine kurze Pizzaholpause). Als die Profis dann nachts endlich auf der Laufstrecke am Ali’i Drive angekommen waren, schrieb mein großer Bruder Tobi bei What’s App: „Schön noch einmal so ganz langsam die Straße entlang zu fahren.“ Meine Reaktion daraufhin war, dass ich unserer Mutter fix erklärte, dass der Strand in 300 m unser Badestrand war. Korrektur: Unser Badestrand sein wird.

Spätestens da war sie Sehnsucht wieder da und meine kleine Welt wieder in Ordnung. Dünenläufer 2017? Quasi schon gebucht. IRONMAN Hawaii? Fest im Blick, denn Tim und dieser Wettkampf, das ist wie Tim und das Meer. Man kennt sich, man schätzt und respektiert sich, es erzeugt Sehnsüchte in sich. Man liebt sich.

Mahalo und bis demnächst!
Tim

Berserker auf Abwegen

Eine Triathlonsaison bedeutet Wettkämpfe von Mai bis September. Was viele vergessen, sind aber unzählige Trainingskilometer in den restlichen sieben Monaten des Jahres. Okay, bei einem Ruhemonat nach der Saison sind es vielleicht auch „nur“ sechs Monate. In der Kurzfassung bedeuten das mehrere hunderte Schwimmkilometer, sodass man in der Schwimmhalle irgendwann jedes Wassermolekül beim Namen kennt, über 5.000 Radkilometer und auch ein paar tausend Laufkilometer.

Auf dem Rad wären das mehrfach die Strecke Flensburg und München. Für mich als Schleswig-Holsteiner wären das also in etwas so ziemlich jede Straße in diesem Bundesland oder eben einige Straßen ziemlich häufig. Noch härter verhält es sich wohl beim Lauftraining, wenn man nicht gerade irgendwo in den Bergen wohnt und einfach mal querbeet in jede Richtung loslaufen kann. Gewinner werden nicht in den Rennen, sondern in den unzähligen Trainingseinheiten, die eher keiner mitkriegt, gemacht. Verläuft die Saison dann nicht so, wie man es sich vorgestellt hat, ist es umso wichtiger, dass man danach die Birne wieder auflädt und den Heißhunger und die Faszination an seinem Sport wieder entflammt. So ging es mir dieses Jahr. Der OstseeMan hat dann doch irgendwo seine Spuren in meinem Kopf hinterlassen. Umso mehr freute ich mich, dass ich schon zu meinem Geburtstag einen Startplatz für den Dünenläufer in Graal-Müritz geschenkt bekommen habe. Zur Info: Tim und Traillauf ist in etwa wie Angela Merkel und Horst Seehofer. Man kennt sich, man schätzt sich, ist dann aber doch froh, wenn man seinem eigenen Tagesgeschäft nachgehen kann. Kurzum: Ich war schon immer Straßenläufer und werde es wohl auch immer bleiben. Früher zu Hause in Schleswig bin ich häufig im Wald gelaufen. Seitdem ich hier in Kiel wohne, würde ich aber glatt behaupten, dass sich mein Trailanteil auf vielleicht 2 % meiner Jahreskilometer beläuft. Zu meiner Perfektion bräuchte ich direkt vor der Haustür einen Trampelpfad am Meer, denn Tim ist nicht nur Straßenläufer. Tim ist Wasserläufer. Die Spaßvögel würden wohl behaupten: Tim ist nah am Wasser gebaut. Haha. Zumindest würde ich es nicht abstreiten, dass etwa 75 % meiner Laufkilometer keine 10 m von der Ostsee oder dem Nord-Ostsee-Kanal stattfinden. Denn Tim und das Wasser sind nicht wie Merkel und Lindner. Man kennt sich, man schätzt und respektiert sich, es erzeugt Sehnsüchte in sich. Man liebt sich.

Nun also der Dünenläufer. 8. Oktober 2015. Laufwettkampf am Strand und der Ostsee vorbei im Dünenwald. Perfektion für mein Läuferherz. Mehrere tausende Kilometer weiter findet an dem Tag dann auch noch ein Triathlon auf einer Insel statt. Manche nennen ihn den Ironman Kona, andere sprechen vom Ironman Hawaii, doch der Großteil kennt ihn unter den IRONMAN Worldchampionship Hawaii. Die Mutter aller Götter, ähh die Mutter aller Triathlons. Erst selber sporteln und abends legal in der Offseason bei Pizza und Bier stundenlang Triathlon gucken. Wer auch sich die Terminplanung ausgedacht hat: Viel perfekter für geschundene Triathlonseelen könnte so ein Wochenende ja kaum sein.
Lange Rede, kurzer Sinn: Wir hatten schon sehr früh eine Pension in Graal-Müritz gebucht (hier folgt jetzt kein Link, damit mir niemand die Pension für nächstes Jahr wegnimmt – sorry!). Leider meldete sich mein Freund Marcel am Donnerstag noch krank ab, sodass nur meine Freundin und ich aus Kiel am Freitag anreisten. Marcel und ich kennen uns schon seit dem Kindergarten und haben gemeinsam mit dem Laufen angefangen. Schade. Nächstes Jahr drückst Du dich nicht! 😉
Am Vorabend sollte eigentlich vor der Pastaparty der sportmedizinische Vortrag von Paul Schmidt stattfinden. Leider wurde er aber spontan auf den Samstag verschoben. Stattdessen war ein Comedian vor Ort. Den haben wir uns aber geschenkt. Das Störtebecker Kirschbier war einfach zu lecker. Neben all dem Gesülze von Tim weiter oben darf aber nicht außer Acht gelassen werden, dass das Dünenläufer-Wochenende vor allem auch eines bedeutete: #Twitterlauftreff. Nachdem ich als aktiver Twitternutzer in den letzten beiden Jahren bis auf den Frankfurt Marathon einen Bogen um größere Laufveranstaltungen gemacht habe, war das endlich mal wieder die Chance andere – ebenso bekloppte – Läufer/innen von Twitter kennenzulernen oder wiederzusehen. Bei Storys über Laufwettkämpfen mit über 300 km und knapp 30.000 Höhenmetern in den Alpen oder anderen Kuriositäten kann halt kein Comedian mithalten. Schön war‘s zumindest! Ach ja, die Nudeln natürlich auch sehr lecker.

Am Samstag kurz vor dem Start war es dann doch noch recht frisch. Ich entschied mich also für eine 2 Layshorts, Laufshirt, Armlinge und Weste in Kombination mit meinem Laufrucksack. Die Weste war dann allerdings schon auf den ersten 200 m in der Einführungsrunde durch den Park Geschichte. Gut, dass ich Triathlet bin. Da habe ich keine Auswahlprobleme bei der Wettkampfbekleidung. Morgens hörte ich noch im Gespräch etwas von veränderter Laufstrecke. Vollprofi wie ich bin, hatte ich mir die Laufstrecke natürlich einmal im Mai angeguckt, für sehr cool befunden und entsprechend eingeprägt. Nun ja, die Schwimmstrecken beim Triathlon kenne ich ja bekanntlich auch regelmäßig nicht. Dann kriege ich einen Traillauf wohl auch irgendwie hin. Immerhin den Kalauer bleibe ich mir treu.

Nun ja, 10:15 Uhr. Startschuss zum Dünenläufer. Korrektur: Glücklicherweise auch Startschuss zum Dünenläufer ½. Mich hatten zwar zwischendurch auch die 40 km gereizt, aber ich war dann doch heilfroh nur über die 24 km zu starten. Mein letzter Lauf, der mindestens 24 km lang war? Beim OstseeMan zwei Monate zuvor. Danach war ich nur noch bei der Mitteldistanz in Köln einen Halbmarathon gelaufen und ansonsten maximal 15 km.  Perfekte Vorbereitung? Kann ich. Genauso wie die Streckenkenntnisse. Ähem. Immerhin wusste ich, dass es anfangs gen Westen geht. Ursprünglich dachte ich auch, dass es noch am Start und Ziel vorbei später nach Westen geht, aber das traf dann doch nur noch über den vollen Dünenläufer zu. Gemerkt habe ich das allerdings auch erst so 500 m vor dem Ziel als ich die Gegend wieder erkannte.

Der Wettkampf ist eigentlich schnell erzählt: Nach dem Start geht es über einen Campingplatz und direkt danach über einen Trampelpfad mitten durch die Dünen und den direkt angrenzenden Wald. Irgendwann gelangt man auf mehr oder minder weniger breite Waldwege und irrt dort irgendwie in der Gegend rum – tendenziell immer gen Westen. Nach so ca. 14 km gelangt man in eine Ferienhaussiedlung (?), in der man eine Runde dreht, von ein paar wenigen Zuschauern beklatscht wird und dann ein paar Kilometer den anderen Läufern entgegenkommt bevor man dann doch irgendwo im Wald anders abbiegt. Ihr seht: Viel Küstenwald und eher weniger Dünen. Das ist natürlich schade, aber beim Traillauf muss man immer den Naturschutz im Hinterkopf haben, sodass nicht einfach eine Meute von Läufer/innen 24 oder gar 40 km durch die Dünen laufen können. Mit meinem Laufrucksack gehörte ich auch zu der 5 % Minderheit bei dem Wettkampf an. Hauptsächlich hatte ich allerdings den Rucksack gewählt nicht, um mich mit meinem eigenen Dextro Energy zu versorgen, sondern um ohne Regenjacke loslaufen zu müssen. Im Wettkampf schien tatsächlich aber nur die Sonne nachdem am Freitag und in der gesamten Woche davor mehr Weltuntergang war. Außerdem hatte ich meine GoPro dabei, um notfalls Fotos machen zu können, falls mein Gehirn doch mit mir durchbrennen würde. Ich hatte einen Spaßlauf geplant und glücklicherweise kam es auch so. Schon nach 1,5 km war mir klar, dass die Spitze selbstverständlich viel zu schnell ist und so habe ich mein eigenes Tempo gefunden – irgendwo in den Top 10. Auf dem Rückweg gab es dann sogar mehrere Pferde zu überholen und dann stand da auf einmal mein Freund André: „Tim Janke beim Traillauf. Dass ich das noch einmal erleben darf.“ Ja, irre. Spaßig war’s! Auf den letzten Kilometern musste ich dann aber doch irgendwie Gas geben. Den Berserker doch raus lassen. Allein schon, weil es so spaßig war. Vor allem musste ich aber Gas geben, weil da dann doch auf einmal noch ein Läufer vor mir war.
Der Zieleinlauf war dann so unspektakulär wie meine Platzierung: 4. Gesamt und 2. in meiner Altersklasse. Ups. Also doch in der Top 10. Ähem. Platzierung schätzen kann ich. Genauso wie Streckenkenntnisse.

Zum Duschen sind war dann noch einmal fix zur Pension gefahren und dann ging es auch schon wieder für uns gen Zielbereich und Dünen. Nachmittags saßen wir dann bei Kaffee aka Punsch/Glühwein und warmen Pflaumenkuchen zusammen. Die Siegerehrung haben wir dann im Park noch mitgenommen und sind dann zusammen mit den anderen Twitterern weiter zum Essen gegangen. Schön, lecker und vor allem nett war es. Außerdem war es hilfreich, denn ohne das Essen wäre ich nun niemals für den Treppenmarathon in Radebeul (treppenmarathon.de) im nächsten Jahr angemeldet. Oh man, auf welche Beklopptheit habe ich mich da mal wieder eingelassen?
Egal, spätestens seit dem Dünenläufer weiß ich ja nun, dass die Abwege aus dem Triathlonalltag die besten Motivationsquellen sein können.

Meine Freundin und ich haben dann abends noch in der Pension den (!) IRONMAN Hawaii gestreamt (okay auf dem Rad gab es noch eine kurze Pizzaholpause). Als die Profis dann nachts endlich auf der Laufstrecke am Ali’i Drive angekommen waren, schrieb mein großer Bruder Tobi bei What’s App: „Schön noch einmal so ganz langsam die Straße entlang zu fahren.“ Meine Reaktion daraufhin war, dass ich unserer Mutter fix erklärte, dass der Strand in 300 m unser Badestrand war. Korrektur: Unser Badestrand sein wird.

Spätestens da war sie Sehnsucht wieder da und meine kleine Welt wieder in Ordnung. Dünenläufer 2017? Quasi schon gebucht. IRONMAN Hawaii? Fest im Blick, denn Tim und dieser Wettkampf, das ist wie Tim und das Meer. Man kennt sich, man schätzt und respektiert sich, es erzeugt Sehnsüchte in sich. Man liebt sich.

Mahalo und bis demnächst!
Tim


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