»If you want to win anything - a race, yourself, your life - you have to go a little bit berserk!« – George Sheehan

Back to the roots

… zurück zu den Anfängen
Der Vorteil am Triathlontraining ist die Vielfältigkeit: Habe ich an einem Tag keine Lust auf Schwimmtraining, kann ich immer noch zwischen Rad-, Lauf- und Athletiktraining wählen, um mein Gewissen und den Bewegungsdrang zu beruhigen. Ähnlich verhält es sich dann auch mit den Distanzen: Habe ich mal keine Lust auf den Sprint, kann ich mir jederzeit Rennen über die Olympische oder gar Mittel- oder Langdistanz/Ironman aussuchen. Triathlon ist ein genialer Sport!
Und genau aus dem Grund betreiben wir ihn so gerne: weil dieser geniale Sport so abartig viel Spaß bringt. Nicht weil wir Geld damit verdienen (okay, die Profis schon) oder Triathlonfotos bei Instagram besonders viele Likes generieren, sondern weil der Dreikampf so furchtbar abwechslungsreich ist und damit immer Spaß macht.
Doch was macht man, wenn man den Spaß am Sport verliert? Aufhören? Ist für mich keine Option. Für einen Berserker erst recht nicht. Aber zurück zum Anfang.

Ich war schon immer ein wenig anders. Finde ich zumindest. Wer läuft schließlich schon einen Tag nach seinem schriftlichen Abitur in Englisch seinen ersten Marathon? Wohlgemerkt: da durfte ich aufgrund der Altersgrenze gerade mal seit 1,5 Monaten Marathon laufen. Oder wer absolviert seine erste Mitteldistanz genau eine Woche vor dem mündlichen Abitur? Wer geht nachts noch eine Runde laufen, weil man noch nicht müde ist? Eben. Protipp: nachts mit epischer Filmmusik auf den Ohren im dunklen Wald alleine laufen, hält auch noch langfristig nach dem Laufen wach! Adrenalinpegel in Perfektion. Wer absolviert mit 20 seinen ersten Ironman und hat im zarten Alter von 28 Jahren bereits 17 Marathons gefinisht?  Wer schreibt sich mit 21 eine Rennliste, die er vor der Invalidität gefinisht haben möchte? Eben. Ich sage ja, dass ich ein wenig anders bin. Aber zurück zum Anfang.

Früher war mir mein Material und die Wattersparnisse total egal. Ist es mittlerweile aber nicht mehr. Eine zeitlang fand ich es cool, wenn man sich über Bestzeiten und das leichteste Material ausgetauscht hat. War früher nicht so. Wird es gerade auch nicht mehr so. Zurück zum Anfang.

Triathleten sind als Perfektionisten bekannt. Ich glaube in keiner anderen Sportart gibt es so viele Trainer, die individuelle Trainingspläne für einzelne Athleten schreiben. Wir Triathleten brauchen eben unsere Pläne. Ich habe auch so welche: von meiner krassen Trainerin Steffi Steinberg und in meinem Kopf – einmal Trainingspläne, einmal Wettkampfpläne. Denn irgendwie hat doch auch jeder seine Wunschrennen. Racelist nenne ich diese bzw. dort habe ich meine Rennen notiert und immer, wenn ich ein Rennen von dieser Liste gefinisht habe, wird es gestrichen. Hawaii und der Ironman Lanzarote sind dort die Plätze zwei und drei. Mission complete!

Vor einiger Zeit habe ich mal ziemlich laut meine Pläne für 2018 herausposaunt: Hawaii. Und nun? Wie ihr seht: kein Hawaii in 2018. Also 2019? Auch kein 2019. Irgendwann später mal, aber dann nicht primär wegen den Ironman Weltmeisterschaften. Schon einmal von den Ultraman Weltmeisterschaften auf Hawaii gehört? Oder der Rennserie Epic 5 Hawaii? Nein. Google verrät euch mehr! Das ist irre. Dagegen ist diese Langdistanz Mitte Oktober in Kona ein wenig ein Spaziergang. Und Kona. Da war ich ja nun schon 2015. Also schafft die Quali quasi jeder, wenn ich schon da war. Spätestens damit sollte der Mythos Hawaii ade sein.

Ich habe vor einiger Zeit mal ein ziemlich kluges Buch gelesen. In dem geht es um Mentaltraining und Geschichten verschiedener Athleten/innen. Dort habe ich gelernt: Immer, wenn du leidest oder im Wettkampf mit anderen Athleten/innen hart am Fighten bist, frage dich: „Wie sehr willst du es Tim?“ Und dann darf es dort nur eine Antwort geben: MEHR!

Also habe ich mir so einen Zettel geschrieben und mir im Winter 2018 in der Vorbereitung für den Ironman Santa Rosa bei vielen harten Rolleneinheiten vor die Nase gehalten. Wie sehr willst du diese Hawaiiquali Tim? Mehr!

Und dann kam der April, ein Trainingslager in Frankreich und irgendwie wieder diese Frage oder auch, warum ich mir all die Schmerzen antue. Da hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben keine Antwort mehr drauf. Also bin ich nach Santa Rosa geflogen, hatte ein tolles Rennen, weil es mir Spaß gemacht hat und ich irgendwie doch ganz druckbefreit an der Startlinie stehen konnte – ich muss hier heute nicht die Quali für Hawaii lösen. Das war toll!

Danach kam der Sommer und Steffi würde jetzt sagen, bin ich irgendwie in ein Loch gefallen – hab den Kopf nicht mehr freibekommen. 

Früher war ich immer der Berserker.

If you want to win anything – a race, yourself, your life – you have to be a little berserk!

Aber irgendwie war ich das in letzter Zeit nicht mehr so.

Erinnert ihr euch noch an meinen letzten bekloppten Post? Richtig. Ich auch nicht. Der Bestzeitenmarathon 2017 in München war irgendwie so ein Ding. Aber das ist nun auch schon über ein Jahr her. Das 24 Stunden Schwimmen in Aachen zähle ich hier (noch) nicht zu. Das war nämlich schon wieder der neue, alte Tim.

Und meine Racelist? Da wurde auch schon viel zu selten etwas von gefinisht.

Was macht man, wenn man feststellt, dass man den Spaß am Sport verliert, weil man seine wahre Identifikation mit dem Sport verloren hat?

Man sucht sie sich wieder.

Also habe ich mich letztes Jahr ein wenig eingeigelt. Wo willst du mit dem Sport hin Tim?

Zum wieder Berserker sein. Nach Norwegen, auf die Lofoten, nach Südamerika, in die Alpen, vielleicht nach Australien oder Kanada, nach Lensahn, nach Dänemark und dann definitiv wieder nach Hawaii. Sicherlich auch mal wieder zu den Ironman Weltmeisterschaften, aber ich schwöre euch: Epic 5 Hawaii und Ultraman. Das ist der wahre Shit! Naja und der Mauna to Mauna Ultra sicherlich auch noch. Hawaii bietet so viel mehr als nur den Ironman.

Und Triathlon auch.

Also war das Finish in Santa Rosa vorerst mein letzter Ironman.

Back to the roots – zurück zu den Anfängen.

Berserker sein.

Anders sein.

Tim sein.

Passend dazu bin ich mittlerweile für den Mt. Everest Treppenmarathon in Radebeul bei Dresden am 13. April angemeldet: 84,39 km bei 8848 Höhenmetern – alle Höhenmeter in Treppenstufen zu absolvieren wohlgemerkt. Dabei bin ich ja noch nicht einmal einen Ultra gelaufen. Ist mir aber egal, denn der Treppenmarathon steht auf meiner Racelist. Viel bekloppter dazu ist meine Achillessehnengeschichte, weshalb ich aktuell noch nicht einmal weiß, ob ich dort an der Startlinie stehe. Eins weiß ich aber: Im Sommer folgen noch zwei ziemlich epische Rennen – mehr dazu demnächst!

Und wenn ich dann zurück in den Ironmanzirkus komme, ist (Stand 2018) schon klar wo: in Wales. Bekloppter, härter und bessere Zuschauer findet man nämlich nirgends.

Und wer mich jetzt für total bescheuert hält:
Das Leben ist zu 100% tödlich. Möchtest du später ins Gras beißen und dir nicht all deine Träume erfüllt haben?

Ich nicht! Genau aus dem Grund bin ich 2012 auf die Jagd nach Hawaii gestartet – um mir meine Lebensträume zu erfüllen und all meine Rennen zu finishen bevor ich es körperlich nicht mehr kann. Und genau das mache ich jetzt eben wieder.

In diesem Sinne:
Der Berserker ist endlich wieder zurück. Befreit vom Zwang noch einmal nach Hawaii zu müssen, um mir selber ein gutes Finish zu beweisen und mit einer geilen Qualizeit protzen zu können. Brauche ich nicht (mehr). Die Erkenntnis hat ein wenig gedauert, aber es gibt wichtigeres im Leben: Träume jagen!

Oder wie meine nächste Langdistanz so schön wirb:
You against the nature!

Liebe Grüße von
Tim

Back to the roots

… zurück zu den Anfängen
Der Vorteil am Triathlontraining ist die Vielfältigkeit: Habe ich an einem Tag keine Lust auf Schwimmtraining, kann ich immer noch zwischen Rad-, Lauf- und Athletiktraining wählen, um mein Gewissen und den Bewegungsdrang zu beruhigen. Ähnlich verhält es sich dann auch mit den Distanzen: Habe ich mal keine Lust auf den Sprint, kann ich mir jederzeit Rennen über die Olympische oder gar Mittel- oder Langdistanz/Ironman aussuchen. Triathlon ist ein genialer Sport!

Und genau aus dem Grund betreiben wir ihn so gerne: weil dieser geniale Sport so abartig viel Spaß bringt. Nicht weil wir Geld damit verdienen (okay, die Profis schon) oder Triathlonfotos bei Instagram besonders viele Likes generieren, sondern weil der Dreikampf so furchtbar abwechslungsreich ist und damit immer Spaß macht.
Doch was macht man, wenn man den Spaß am Sport verliert? Aufhören? Ist für mich keine Option. Für einen Berserker erst recht nicht. Aber zurück zum Anfang.

Ich war schon immer ein wenig anders. Finde ich zumindest. Wer läuft schließlich schon einen Tag nach seinem schriftlichen Abitur in Englisch seinen ersten Marathon? Wohlgemerkt: da durfte ich aufgrund der Altersgrenze gerade mal seit 1,5 Monaten Marathon laufen. Oder wer absolviert seine erste Mitteldistanz genau eine Woche vor dem mündlichen Abitur? Wer geht nachts noch eine Runde laufen, weil man noch nicht müde ist? Eben. Protipp: nachts mit epischer Filmmusik auf den Ohren im dunklen Wald alleine laufen, hält auch noch langfristig nach dem Laufen wach! Adrenalinpegel in Perfektion. Wer absolviert mit 20 seinen ersten Ironman und hat im zarten Alter von 28 Jahren bereits 17 Marathons gefinisht?  Wer schreibt sich mit 21 eine Rennliste, die er vor der Invalidität gefinisht haben möchte? Eben. Ich sage ja, dass ich ein wenig anders bin. Aber zurück zum Anfang.

Früher war mir mein Material und die Wattersparnisse total egal. Ist es mittlerweile aber nicht mehr. Eine zeitlang fand ich es cool, wenn man sich über Bestzeiten und das leichteste Material ausgetauscht hat. War früher nicht so. Wird es gerade auch nicht mehr so. Zurück zum Anfang.

Triathleten sind als Perfektionisten bekannt. Ich glaube in keiner anderen Sportart gibt es so viele Trainer, die individuelle Trainingspläne für einzelne Athleten schreiben. Wir Triathleten brauchen eben unsere Pläne. Ich habe auch so welche: von meiner krassen Trainerin Steffi Steinberg und in meinem Kopf – einmal Trainingspläne, einmal Wettkampfpläne. Denn irgendwie hat doch auch jeder seine Wunschrennen. Racelist nenne ich diese bzw. dort habe ich meine Rennen notiert und immer, wenn ich ein Rennen von dieser Liste gefinisht habe, wird es gestrichen. Hawaii und der Ironman Lanzarote sind dort die Plätze zwei und drei. Mission complete!

Vor einiger Zeit habe ich mal ziemlich laut meine Pläne für 2018 herausposaunt: Hawaii. Und nun? Wie ihr seht: kein Hawaii in 2018. Also 2019? Auch kein 2019. Irgendwann später mal, aber dann nicht primär wegen den Ironman Weltmeisterschaften. Schon einmal von den Ultraman Weltmeisterschaften auf Hawaii gehört? Oder der Rennserie Epic 5 Hawaii? Nein. Google verrät euch mehr! Das ist irre. Dagegen ist diese Langdistanz Mitte Oktober in Kona ein wenig ein Spaziergang. Und Kona. Da war ich ja nun schon 2015. Also schafft die Quali quasi jeder, wenn ich schon da war. Spätestens damit sollte der Mythos Hawaii ade sein.

Ich habe vor einiger Zeit mal ein ziemlich kluges Buch gelesen. In dem geht es um Mentaltraining und Geschichten verschiedener Athleten/innen. Dort habe ich gelernt: Immer, wenn du leidest oder im Wettkampf mit anderen Athleten/innen hart am Fighten bist, frage dich: „Wie sehr willst du es Tim?“ Und dann darf es dort nur eine Antwort geben: MEHR!

Also habe ich mir so einen Zettel geschrieben und mir im Winter 2018 in der Vorbereitung für den Ironman Santa Rosa bei vielen harten Rolleneinheiten vor die Nase gehalten. Wie sehr willst du diese Hawaiiquali Tim? Mehr!

Und dann kam der April, ein Trainingslager in Frankreich und irgendwie wieder diese Frage oder auch, warum ich mir all die Schmerzen antue. Da hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben keine Antwort mehr drauf. Also bin ich nach Santa Rosa geflogen, hatte ein tolles Rennen, weil es mir Spaß gemacht hat und ich irgendwie doch ganz druckbefreit an der Startlinie stehen konnte – ich muss hier heute nicht die Quali für Hawaii lösen. Das war toll!

Danach kam der Sommer und Steffi würde jetzt sagen, bin ich irgendwie in ein Loch gefallen – hab den Kopf nicht mehr freibekommen. 

Früher war ich immer der Berserker.

If you want to win anything – a race, yourself, your life – you have to be a little berserk!

Aber irgendwie war ich das in letzter Zeit nicht mehr so.

Erinnert ihr euch noch an meinen letzten bekloppten Post? Richtig. Ich auch nicht. Der Bestzeitenmarathon 2017 in München war irgendwie so ein Ding. Aber das ist nun auch schon über ein Jahr her. Das 24 Stunden Schwimmen in Aachen zähle ich hier (noch) nicht zu. Das war nämlich schon wieder der neue, alte Tim.

Und meine Racelist? Da wurde auch schon viel zu selten etwas von gefinisht.

Was macht man, wenn man feststellt, dass man den Spaß am Sport verliert, weil man seine wahre Identifikation mit dem Sport verloren hat?

Man sucht sie sich wieder.

Also habe ich mich letztes Jahr ein wenig eingeigelt. Wo willst du mit dem Sport hin Tim?

Zum wieder Berserker sein. Nach Norwegen, auf die Lofoten, nach Südamerika, in die Alpen, vielleicht nach Australien oder Kanada, nach Lensahn, nach Dänemark und dann definitiv wieder nach Hawaii. Sicherlich auch mal wieder zu den Ironman Weltmeisterschaften, aber ich schwöre euch: Epic 5 Hawaii und Ultraman. Das ist der wahre Shit! Naja und der Mauna to Mauna Ultra sicherlich auch noch. Hawaii bietet so viel mehr als nur den Ironman.

Und Triathlon auch.

Also war das Finish in Santa Rosa vorerst mein letzter Ironman.

Back to the roots – zurück zu den Anfängen.

Berserker sein.

Anders sein.

Tim sein.

Passend dazu bin ich mittlerweile für den Mt. Everest Treppenmarathon in Radebeul bei Dresden am 13. April angemeldet: 84,39 km bei 8848 Höhenmetern – alle Höhenmeter in Treppenstufen zu absolvieren wohlgemerkt. Dabei bin ich ja noch nicht einmal einen Ultra gelaufen. Ist mir aber egal, denn der Treppenmarathon steht auf meiner Racelist. Viel bekloppter dazu ist meine Achillessehnengeschichte, weshalb ich aktuell noch nicht einmal weiß, ob ich dort an der Startlinie stehe. Eins weiß ich aber: Im Sommer folgen noch zwei ziemlich epische Rennen – mehr dazu demnächst!

Und wenn ich dann zurück in den Ironmanzirkus komme, ist (Stand 2018) schon klar wo: in Wales. Bekloppter, härter und bessere Zuschauer findet man nämlich nirgends.

Und wer mich jetzt für total bescheuert hält:
Das Leben ist zu 100% tödlich. Möchtest du später ins Gras beißen und dir nicht all deine Träume erfüllt haben?

Ich nicht! Genau aus dem Grund bin ich 2012 auf die Jagd nach Hawaii gestartet – um mir meine Lebensträume zu erfüllen und all meine Rennen zu finishen bevor ich es körperlich nicht mehr kann. Und genau das mache ich jetzt eben wieder.

In diesem Sinne:
Der Berserker ist endlich wieder zurück. Befreit vom Zwang noch einmal nach Hawaii zu müssen, um mir selber ein gutes Finish zu beweisen und mit einer geilen Qualizeit protzen zu können. Brauche ich nicht (mehr). Die Erkenntnis hat ein wenig gedauert, aber es gibt wichtigeres im Leben: Träume jagen!

Oder wie meine nächste Langdistanz so schön wirb:
You against the nature!

Liebe Grüße von
Tim


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